Taten statt Worte
Bildung für Kinder in Not kostet Geld, und es ist jedem klar, dass die Schwere dieser Herausforderung erhebliche Investitionen an Menschen, Material, und Finanzen erfordert. Leider zeigt der Trend der internationale Entwicklungshilfe über die letzten zehn Jahre, dass nur wenige der reicheren Länder gewillt waren, diese Herausforderung anzunehmen. Der Anteil der Entwicklungshilfe an Staatsausgaben oder Bruttosozialprodukt stagniert oder fällt weiterhin. Statt sich dem von den Vereinten Nationen gesetzten Zielwert von 0.7 % des Bruttosozialprodukts anzunähern, geben sich die Regierungen der meisten Geberländer mit einem Bruchteil dieser Summe zufrieden.
An der Schwelle eines neuen Jahrtausends leidet die Welt an wachsenden Ungleichgewichten : zwanzig Prozent der Menschheit kontrollieren achtzig Prozent der menschlichen Reichtümer. Allein in Afrika ist die Anzahl der Menschen, die in absoluter Armut leben, während des letzten Jahrzehnts um rund 50 Millionen gewachsen. Mehr als die Hälfte dieser "neuen Armen" sind Kinder.
Die Zukunft dieser Kinder geht uns alle an. Die Zivilgesellschaft in den reicheren Ländern verfügt über die notwendigen Informationen und finanziellen Möglichkeiten, um dort zu handeln, wo ihre Regierungen wegschauen. Und Taten sind vernehmbarer als Worte.
Die Idee, dass die Zivilgesellschaft dabei mithelfen kann, notleidenden Kindern ihr Recht auf Bildung zu verschaffen, war ausgesprochen erfolgreich. Seit 1992 hat das Programm der UNESCO zur Bildung von Kindern in Not mehr als 37 Millionen US-Dollar an privaten Spenden erhalten. Diese Hilfsgelder sind vollständig, schnell, und unmittelbar in rund 350 Hilfsprojekten in allen Regionen der Welt eingesetzt worden. Die Stiftung UNESCO Bildung für Kinder in Not hat darauf bestanden, geringere Verwaltungskosten auf die eingegangenen Spenden anzurechnen, und die verschiedenen benötigten Fachleute aus Eigenmitteln zu bezahlen. So konnten alle Spender sicher sein, dass ihr Beitrag wirklich den Kindern zugute kam.
Spenden sammeln, aber gleichzeitig auch informieren - das war ein Schlüsselprinzip des UNESCO Programm. Deshalb hat die UNESCO und ihre Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Medien gelegt. Fernsehsender haben im Rahmen eines ganztägigen Spenden-Marathons eingehend über die geförderten Projekte berichtet. Eine Reihe führender deutscher Tageszeitungen haben sich an Spendenaktionen beteiligt, welche die Leser wochenlang über die Lebensumstände notleidender Kinder in bestimmten Ländern aufklärten, und die Bildungsarbeit der UNESCO vor Ort beschrieben. Fluglinien zeigten an Bord kurze Filme, um die Hilfsprojekte vorzustellen, für welche die Passagiere spenden konnten.
Diesselbe Idee steht hinter dem Einsatz grosser internationaler Stars und Sport - Champions in Spendenaktionen zugunsten des UNESCO Programms. Jedes Jahr treten die grössten Namen aus Film und Show Business kostenlos bei der UNESCO Benefiz Gala auf. Und Formel 1 Weltmeister Michael Schumacher oder die Boxstars Vitali und Wladimir Klitschko besuchen UNESCO Projekte für Kinder in Not, begleitet von einer Schar von Journalisten.
Schliesslich ist das Sammeln von Spenden für das UNESCO Programm Bildung für Kinder in Not auch eng mit der Praxis und den neuesten Entwicklungen des Wirtschafts-Sponsorings verknüpft. Kein Zweifel - besonders grössere, internationale Unternehmen sind zusehens bereit, soziale und ethische Verantwortung zu tragen. Dass dies am besten im Rahmen von Projekten geschieht, die eine kompetente Sonderorganisation der Vereinten Nationen namhaft macht und durchführt, wurde von vielen Wirtschaftsunternehmen als sinnvoll betrachtet.