Thailand
Hilfe für burmesische Flüchtlingskinder
Projektregion: Sanghklaburi
Begünstigte: Flüchtlingskinder
Schwerpunkt: Verbesserung der Lebensbedingungen
Projektlaufzeit: 2010 - 2011
Sanghklaburi ist ein Landkreis nördlich der Provinz Kanchanaburi. Er befindet sich im Nordwesten Thailands, an der Grenze zu Myanmar/Burma, die durch den Drei-Pagoden-Pass gekennzeichnet ist. Der Regenwald, Berge und der Fluss Kwai bestimmen das Bild dieser Region: ein Dschungel, in dem lediglich ein Pfad die Grenze markiert.
In dieser Region leben neben den Thais überwiegend die Völkergruppen Mon und Karen, ebenso wie die Gruppe der Hmong, die eine große Anzahl an Flüchtlingen aus dem benachbarten Myanmar darstellen.
70 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder. Sie leben in dem Dschungel, in so genannten Flüchtlingslagern, die aus improvisierten und instabilen Hütten bestehen. Zugang zu sauberem Wasser oder Strom haben sie keinen. Kinder und alleinstehende Frauen mit ihren Kindern haben die Flucht aus Myanmar überlebt und in den Flüchtlingslagern Unterschlupf gefunden. Sie werden registriert und erhalten einen Flüchtlingsausweis, mit dem sie nicht befugt sind, die Dschungeldörfer zu verlassen. Arbeit dürfen sie sich nur in einem Umkreis von 10 Kilometern suchen. Oftmals bleibt den Frauen nicht anderes übrig, als sich zu prostituieren. Auf einem nahegelegenen Kindermarkt wird sogar Handel mit Kindern betrieben. Dort kann man an Kinder für 40 – 150 Euro kaufen.
Zu der Not der Flüchtlinge kommen auch große gesundheitliche Probleme. Denguefieber, Malaria, Cholera, Ruhr, Parasiten, Schlangenbisse, Austrocknung durch Durchfälle und Tuberkulose (TBC) sind weit verbreitete Krankheiten. Die Kindersterblichkeit ist aufgrund der Krankheiten, aber auch der Fehl- und Mangelernährung, extrem hoch. Auch ein Schulbesuch ist kaum möglich. Die vorhandenen Schulen sind völlig überfüllt. Die Erziehung beruht auf veralteten Erziehungsmaßnahmen, Strenge und Disziplin. Kinder ohne Papiere, die sich illegal im Land aufhalten, dürfen die Schule nicht besuchen.
Die Stiftung UNESCO unterstützt ein Projekt der Italienerin Didi, die sich bereits seit vielen Jahren für das Wohl der Flüchtlingskinder dieser Region einsetzt. Zu ihrem Projekt zählt sie mehrere Häuser für die Kinder: Unterrichtsräume, Werkstätten und Gärten für Obst und Gemüse sowie einen Kindergarten (bestehend aus einer Krabbelgruppe und einer kleinen Vorschule).
Betreut werden Kinder der Mon- und Karenstämme sowie burmesische und thailändische Kinder. Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten. Die Kinder erhalten hier nicht nur die Möglichkeit zur Schule zu gehen und einkommensschaffende Fertigkeiten zu erlernen, ihnen werden wichtige Werte wie Toleranz, Frieden, Harmonie und gegenseitiger Respekt vermittelt.
Die Schule wurde 2004 zusammen mit der Norwegerin Irina gegründet und ein Lehrplan mit klaren Zielen entwickelt: Die Kinder lernen Thai und Englisch, Schreiben, Lesen und Rechnen. Unterrichtet wird in zwei Schichten. Rassen- und Sprachprobleme werden überwunden. Es wird sehr darauf geachtet, dass die Kinder beide Sprachen fließend sprechen können. Mittlerweile besuchen fast 200 Kinder die Schule.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit auf eine Berufsausbildung. In Werkstätten können die Bewohner das Weben, Nähen oder Schneidern erlernen. Die fertigen Produkte werden verkauft.
Trotz all dieser positiven Leistungen und Geschehnissen, wird dringend Hilfe benötigt: es fehlt an Lehrmaterial, gut ausgebildeten Pädagogen, Medikamenten, Unterstützung bei der medizinischen Versorgung und natürlich an Geld. Die Kapazität der Häuser ist nicht ausreichend und die Wartelisten endlos lang.
Mit den Spenden 2011 konnten ein Truck für den Transport der Kinder angeschafft werden sowie Eisen für den Bau einer Küche.
