UN-Millenniumserklärung

Müttersterblichkeit stellt vor allem in Südasien und Afrika, südlich der Sahara, eine großes Problem dar. Weltweit sterben jedes Jahr eine halbe Million Frauen und Mädchen während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder sechs Wochen nach der Entbindung. Allein die Hälfte von ihnen lebt in Afrika. Die mangelnde medizinische Versorgung von oft leicht behandelbaren Krankheiten oder Infektionen, endet für die Frauen und Mädchen mit dem Tod. Vor allem junge Mütter, Mädchen im Alter von 14 oder 15 Jahren stehen einem enorm großen Risiko gegenüber, das Kind zu verlieren oder selbst zu sterben. 2008 wurden nur 63 Prozent aller schwangeren Frauen bei der Entbindung von medizinischem Fachpersonal betreut. 35 Prozent der Müttersterblichkeit gehen auf Blutungen zurück, eine Ursache, die in den entwickelten Ländern problemlos zu beheben ist. Das Land-Stadt-Gefälle ist groß. Während 67 Prozent der schwangeren Frauen in Städten mindestens ein Mal während der Schwangerschaft medizinisch betreut wurden, waren es auf dem Land gerade einmal 34 Prozent.

 

HIV und AIDS stellen eine große Herausforderung dar. Die Anzahl der Menschen, die mit HIV leben steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Ein Grund für den Anstieg ist die hohe Lebenserwartung HIV infizierter Menschen. 2008 waren 33.4 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert, es gab 2.7 Millionen Neuinfektionen, von denen 72 Prozent allein in Afrika, südlich der Sahara, zu verzeichnen waren. Die Verbreitung von HIV ist gewaltig und betrifft vor allem junge Erwachsende zwischen 15 und 24 Jahren. Aufklärungsarbeit ist ein wichtiges und unabdingbares Element im Kampf gegen HIV/AIDS. Viele Menschen in Entwicklungsländern wissen nicht einmal um die Existenz der Krankheit. Umso wichtiger ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten und ihnen die Möglichkeiten zu zeigen sich zu schützen. Ein großes Risiko, sich mit dem Virus anzustecken stellen Vergewaltigungen, ungeschützter Geschlechtsverkehr und Geschlechtsverkehr mit älteren Männern und Frauen dar. Zwar unterstützen bereits viele Einheimische und Freiwillige aus den Industrieländern die Aufklärungsarbeit, dennoch sprechen die Zahlen für sich und machen deutlich, dass noch viel getan werden muss. Im Grundschulalter sollte Aufklärungsarbeit fester Bestandteil der Bildungsarbeit werden und sich bis in die weiterführenden Bildungsinstitutionen fortführen. Malaria stellt ebenso eine weit verbreitete und gefährliche Krankheit in unterentwickelten Ländern dar. 2008 wurden 243 Millionen Fälle gezählt, die zu über 800.000 Todesfällen weltweit geführt haben. Allein 89 Prozent der Todesfälle waren in Afrika zzu verzeichnen. Verbesserungen sind hier vor allem bei der Verwendung von Moskitonetzen und wichtigen Medikamenten zu beobachten. Die finanziellen Aufwendungen und die Aufmerksamkeit auf die Problematik sind zwar gestiegen, das globale Ziel aber in vielen Ländern noch lange nicht erreicht.

 

Wird es möglich sein bis 2015 die Umwelt nachhaltig zu schützen, wie es Ziel Nr. 7 vorsieht? Ein großes Problem stellt der CO2 Ausstoß dar. 1990 wurden 31 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als 2006. Für den Anstieg sind vor allem die Industriestaaten verantwortlich, die pro Kopf und Jahr zwölf Tonnen CO2 ausstoßen. Im Vergleich dazu liegt der Wert in Afrika südlich der Sahara bei 0.8 Tonnen. Wichtig für ökologische Nachhaltigkeit ist ebenfalls die Sicherung biologischer Vielfalt, das Ende der Entwaldung und der Schutz bedrohter Tierarten. 2008 waren lediglich 12 Prozent des Planeten und 1 Prozent der Meere geschützt. Der Anteil der Bevölkerung, der Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, liegt in den Entwicklungsländern bei 84 Prozent. Nordafrika, Lateinamerika, die Karibik, Ost- und Südostasien haben das Ziel bereits erreicht, in Afrika haben weiterhin nur 60 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser. In den kleinen Inselstaaten des Pazifiks stagniert die Zahl bereits seit Jahrzehnten bei 50 Prozent. Wenn die bisherigen Bemühungen auch in den nächsten fünf Jahren fortgeführt werden, wird das Ziel erreicht oder sogar übertroffen. 2008 hatten geschätzte 2.6 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Vor allem Afrika und Südasien sind von der Fehlentwicklung betroffen. Dort haben über 60 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Das Versprechen der Industriestaaten, Entwicklungsländer mit öffentlichen Entwicklungshilfezahlungen zu unterstützen, konnte nur von wenigen Ländern eingehalten werden. Insgesamt geben die entwickelten Länder nur 0.31 Prozent ihres BIP für Entwicklungshilfe aus. 2009 wurden knapp 120 Milliarden US Dollar in die Entwicklungshilfe investiert. Die 49 am wenigsten entwickelten Länder erhalten dabei nur ein Drittel der gesamten Hilfe. Auch bei der Erleichterung der Marktbedingungen für Entwicklungsländer sind kaum Fortschritte gemacht worden. 2009 unterstützten die OECD Staaten ihren Agrarsektor mit 206 Milliarden Euro und begrenzten damit die Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit der Entwicklungsländer. Zudem drängen die Industrieländer die unterentwickelten Länder zur Öffnung ihres Marktes, während sie gleichzeitig ihre Märkte gegen Produkte aus den Entwicklungsländern abschotten. Tarifsenkungen wurden zugunsten der Entwicklungsländer vorgenommen, lagen jedoch 2008 weiterhin bei 5 bis 8 Prozent auf Importe der Industrie und damit lediglich 2 bis 3 Prozent tiefer als 1998.

 

Auf Initiative der G8 Staaten wurden 35 Entwicklungsländern, die die Voraussetzung für Schuldenerleichterungen erfüllt haben, Schulden in Höhe von 57 Milliarden erlassen. Die wirtschaftlichen Einnahmen der armen Länder haben sich seitdem fast verdoppelt. Damit haben sie künftig die Möglichkeit, ihre Schulden selbst zu meistern.

 

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