UN-Millenniumserklärung

Die Vereinten Nationen haben in ihrer Geschichte zahlreiche Gremien und Sonderorganisationen hervorgebracht, die sich mit der Verbesserung der Lage in den Entwicklungsländern beschäftigen: die Handels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD der 60er Jahre, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP, das 1965 entstand oder die Charta der wirtschaftlichen Rechte und Pflichten der Staaten der Generalversammlung aus dem Jahre 1974.
Diese und viele weitere Organisationen haben sich die Verbesserung der wirtschaftlichen, ökologischen,
politischen und sozialen Lage zum Ziel gemacht. So beschloss beispielsweise die Generalversammlung der VN 1970, den Entwicklungsländern innerhalb fünf Jahren einen Mindestnettobetrag von 0.7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts in Form von öffentlicher Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen.
2003 haben dieses Ziel nur Schweden, Norwegen, Dänemark, Luxemburg und die Niederlande erreicht, Deutschland hat lediglich 0.28 Prozent für die Entwicklungshilfe aufgebracht. Aber auch die Charta der wirtschaftlichen Rechte und Pflichten der Staaten blieb bei ihren Forderungen (Erleichterung der Marktzugänge für Waren aus Entwicklungsländern, gerechte Handelsbedingungen, aktive Hilfe für Entwicklung, etc.) von 1974 ohne Erfolg, da Industriestaaten die Reformen ablehnten.
Im September 2000 haben sich auf dem bis dato größten Millenniums- Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York alle Staats- und Regierungschefs der damals 189 Mitgliedstaaten, auf Einladung des damaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, versammelt um die wichtigsten Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren. Priorität hatten auf dem Gipfeltreffen Themen wie die Reduzierung der Armut, die Verbesserung der Friedenseinsätze der VN und der Umwelt. Bestimmt wurden die Themen in einem entwicklungspolitischen Maßnahmenbündel mit konkreten Zielen.
Die so genannte Millenniumserklärung wurde zum Abschluss des Treffens in New York von der Generalversammlung der VN verabschiedet und von allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Damit haben sich die Staaten verpflichtet, das Recht auf nachhaltige Entwicklung für alle Menschen zu verwirklichen.
Die Kampagne hat das Ziel, die Millenniumsziele für die Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Gesellschaft selbst zu mobilisieren, für die Erreichung der Ziele zu kämpfen und die Regierungsführer an ihr Abkommen zu erinnern. Die Erfüllung der Ziele ist von besonderer Wichtigkeit. Daran müssen sowohl die Entwicklungsländer selbst, als auch die Industrieländer arbeiten, um gemeinsam eine Veränderung zu bewirken. Die Entwicklungsländer sind dazu verpflichtet, die Lebensbedingungen für die Menschen innerhalb ihres Landes zu verbessern. Die Industrieländer müssen dagegen mit finanziellen Mitteln und einer gerechten Wirtschaftspolitik die positive Entwicklung unterstützen.
Die aus der Konferenz resultierenden Millenium Development Goals MDG wurden ein Jahr nach der Versammlung in New York von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus den Vereinten Nationen, der Weltbank, OECD und anderen Organisationen entwickelt und in diversen Konferenzen und Treffen (Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Monterrey/ Mexiko und Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg/ Südafrika) weiter ausgearbeitet. Dabei wurden Umsetzungsprogramme und Aktionspläne festgelegt, die als Unterstützung für die Etablierung einer weltweiten Chancengleichheit dienen sollen.
