Armut und Hunger

Wer arm ist, leidet oftmals an Hunger und wer Hunger hat, hat nicht genügend Energie und Kraft, die er mobilisieren kann, um zu arbeiten. Dies führt dazu, dass aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen keine Lebensmittel angeschafft werden können.
Armut ist auf der gesamten Welt ein weit verbreitetes Problem und stellt ein enormes Hindernis für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen eines Landes dar.
Armut als Indikator für Hunger steht in einer wechselseitigen Abhängigkeit zu diesem. In den Entwicklungsländern leben über 40 Prozent der Menschen in extremer Armut, in Afrika ist es sogar mehr als die Hälfte.
Armut führt häufig zu Unterernährung und Nahrungsunsicherheit, da der Zugang zu Nahrungsmitteln stark begrenzt ist. Die betroffenen Menschen haben aufgrund fehlender ausgewogener Ernährung körperliche und psychische Defizite. Sie sind nicht leistungsfähig genug, um für sich selbst zu sorgen und aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen.
Hunger und Armut bedingen sich in vielen Ländern gegenseitig. Länder mit einem niedrigen Durchschnittseinkommen leiden oft an einer unsicheren Nahrungssituation. Zwar kann ein Einkommensanstieg den Zugang zu Nahrung und die Lebensbedingungen verbessern, nicht aber die Folgen der Mangel- und Unterernährung allzu schnell lindern.
Eine einheitliche und allgemeine Definition von Armut lässt sich nur schwer finden. Verschiedene Institutionen halten unterschiedliche Indikatoren für relevant, die für die Beschreibung und Messung von Armut wichtig sind:
Die Weltbank knüpft bei ihrer Definition von Armut an den finanziellen Faktor und das individuelle Konsumverhalten an und bestimmt die Armutsgrenze an der Einkommens- und Ausgabenlage. Extrem arm sind demnach Menschen, die pro Tag von weniger als 1.25 US Dollar Kaufkraftparität zur Verfügung haben. Grundsätzlich wird zwischen absoluter und relativer Armut unterschieden. Als absolut arm gelten Menschen, deren Menschenwürde untergraben wird, da sie ihre Existenzbedürfnisse nicht befriedigen können. Durch den ungenügenden Zugang zu lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen leben die Menschen abseits der Gesellschaft und damit aller Menschlichkeit. Relative Armut wird an dem Zustand von Bevölkerungsgruppen gemessen, die im Vergleich zur allgemeinen Wohlstandslage einer Region oder eines Landes stehen. Gemessen wird relative Armut zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, aber auch innerhalb der Entwicklungsländer selbst. Wer weniger als 50 Prozent des durchschnittlichen Einkommens hat, wird als relativ arm bezeichnet.
Die Bestimmung der Armutsgrenze nimmt hierbei Bezug auf den medialen Wohlstand einer Gesellschaft – anders als bei der absoluten Armut, bei der ein Grundbedarf an Gütern vorhanden sein muss, damit das Leben beständig sein kann. Die Bestimmung der absoluten Armutsgrenze (poverty line) ist zwar durch die Weltbank weltweit anerkannt, Kritiker bemängeln jedoch die einseitige Sicht bei der Betrachtung von Armut auf das Einkommen. Die Lebenssituation eines Menschen lässt sich nicht nur an seinen finanziellen Ressourcen festmachen; es spielen zusätzliche Faktoren eine Rolle, die den Lebensalltag und die Lebensbedingungen bestimmen.
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