Zu Besuch in der weißrussischen Kinder-Krebsklinik

UNESCO-Sonderbotschafterin Ute Ohoven erhält den "Orden der Heiligen Eufrosinia"

Düsseldorf/Minsk, 28. November 2007.  Großem Leid aber auch großen Hoffnungen ist UNESCO-Sonderbotschafterin Ute Ohoven auf ihrer winterlichen Reise zu den kranken und behinderten Kindern von Weißrussland/Belarus begegnet. In der Kinderkrebs-Strahlenklinik in Minsk stand sie an den Betten der jungen Patienten. Ein bleibender Eindruck: "Die Kinder sind blass und dünn, sie sehen einen mit fragenden, hohlen Augen an, viele sind völlig apathisch und verängstigt."

Der erste Besuch von UNESCO-Sonderbotschafterin Ute Ohoven in der Klinik liegt bereits zehn Jahre zurück. Seitdem haben sich die Zustände dank Unterstützung der UNESCO und der belarussischen Regierung enorm gebessert. Das "Pediatric Hospital and Center for Research in Oncology & Hematology" zählt heute zu den weltweit besten Krankenhäusern auf seinem Gebiet. Dennoch bat Chefärztin Olga Aleinikova die UNESCO-Stiftung eindringlich um Hilfe: "Wir brauchen dringend ein Haus für die Mütter der todkranken Kinder".

Um nahe bei ihren Kindern zu sein, haben sich Mütter neben die Kinderbetten Matratzen auf den Boden gelegt. Die Kinder, die sich zu fünft ein Zimmer teilen, schreien nachts oft vor Schmerzen. Krankenschwestern gehen umher. An Schlaf ist nicht zu denken. Nicht einmal ein Fenster darf geöffnet werden: Die bitterkalte Zugluft wäre für einige der Kinder tödlich. In Minsk herrschten in diesem Jahr schon im November 15 Grad unter Null.

"Die Mütter sind völlig erschöpft und mit ihren Nerven am Ende", beschreibt Ute Ohoven ihre Begegnung: "Wenn man sich mit ihnen unterhält, können sie nur noch weinen." Die UNESCO will nun mithelfen, ein Mütterhaus zu bauen. So können die Mütter bei ihren kranken Kindern sein und dennoch menschenwürdig leben.

In Minsk ist das unermüdliche Engagement von Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven jetzt mit einer besonderen Auszeichnung geehrt worden: Dem "Orden der Heiligen Eufrosinia von Polotsk". Überreicht wurde der Orden von Metropolit Filater, dem Kirchenoberhaupt der Stadt Minsk anlässlich der Einweihung der neuen Kathedrale. Das neue Gotteshaus wurde zu Ehren einer heiligen Ikone errichtet und trägt den Namen "Aller Betrübten Freude".

Grund zur Freude haben auch die Kinder im Behinderten-Zentrum von Erzpriester Igor Korostelev in Minsk. Vor zehn Jahren begann der Bau des Zentrums - gefördert von der UNESCO und RTL. Damals sollten in erster Linie Kinder mit Tschernobyl-Schädigungen betreut werden. Heute ist das Zentrum mit seinen Werkstätten eine der wichtigsten Anlaufstellen für behinderte Kinder und Jugendliche der ganzen Region.

Angeleitet vom rührigen Erzpriester Igor basteln sie Spielzeug, Dekorationsgegenstände und fertigen sogar Talare für die Geistlichen. Von dem Erlös wird das Zentrum finanziert. Ute Ohoven: "Diese Menschen haben zum ersten Mal das Gefühl, sie werden gebraucht, sie werden geliebt und sie tun etwas Produktives."

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